Donnerstag, 2. November 2017

Wertschätzung versus Identität


Psalm 139, 14 (Luther 2017)

Ich danke dir dafür, 
dass ich wunderbar gemacht binwunderbar sind deine Werke; 
das erkennt meine Seele.

Was für ein Statement! Wunderbar gemacht. Ich kenne nicht viele Menschen, die das von sich behaupten würden. Woran könnte das liegen?
Ich glaube, viele Menschen bewerten sich nach dem, was die Gesellschaft ihnen vorgibt - wie sie zu sein haben: groß, schlank, intelligent, humorvoll, fleißig bis zum Umfallen, immerzu freundlich und korrekt ... Zusammengefasst: Einfach fehlerlos!

Ich weiß nicht, wie es dir geht. Aber ich passe nicht in diese Schublade hinein. Sicher, jeder hat etwas davon; ein paar gute Eigenschaften, leider jedoch auch ein paar schlechte. Denn, entgegen dem Anspruch unserer Gesellschaft, ist niemand fehlerlos.

Die meisten Menschen identifizieren sich entweder über ihre Leistung oder über ihr Aussehen.
Sie wissen nicht, wer sie sind. Deshalb fragen sie andere Menschen: Wer bin ich?

Meistens bekommen sie dann sehr viele Antworten auf ihre Frage. Diese Antworten formen ihre Identität. Jede Antwort beginnt mit den Worten: Du musst ...

Du musst schön sein. Du musst reich sein. Du musst intelligent sein. Du musst einen guten Job haben. Die musst einen Partner und Kinder haben. Du musst den Haushalt im Griff haben.
Du musst gesund sein.

Ein bisschen zu viel Druck, nicht wahr?
Meine Antwort: Du musst gar nichts, außer sterben.

Als Christen gehen wir doch davon aus, dass wir von Gott geschaffen wurden. Unser Schöpfer hat ein paar wundervolle Eigenschaften. Zum Beispiel ist er kreativ. Man sehe sich nur den Sternenhimmel an, das Meer, die wunderschönen Landschaften, Berge, Blumen, Tiere und so weiter und so fort.

Gott hatte ganz sicher einen Plan. Aber er lief bestimmt nicht im Himmel umher und rief:
"Mann, ich muss das aber heute noch schaffen. Diesen Elefanten muss ich unbedingt heute noch fertigbekommen." Klingt irgendwie lustig, die Vorstellung.

Wenn Gott sich nicht unter Druck setzt, warum tuen wir es dann? Oder warum lassen wir uns von anderen unter Druck setzen?

Der Autor dieses Psalms hat eine überraschende Entdeckung gemacht. Er stellt fest, dass er wunderbar gemacht ist. Und dass Gottes Werke alle wunderbar sind. Das erkennt der Autor in seinem tiefsten Inneren - in seiner Seele - und er dankt Gott dafür.

Du bist wunderbar gemacht, auch wenn du Fehler machst! Auch wenn du morgens das T-Shirt falsch herum angezogen oder dich beim Frühstück bekleckert hast. So what? Auch wenn du mal wieder den Bus zur Arbeit verpasst oder einer älteren Dame nicht den Platz angeboten hast ...
Was soll's.

Wenn du jemanden seelisch verletzt oder jemandem geschadet hast, es ist vergeben. Sagt Gott.

Diese Art zu denken, diese Perspektive nimmt dir den Druck, im Alltag performen zu müssen.
Du bist geliebt, selbst wenn du nichts leistest; wenn du krank bist oder wenn du Fehler machst.
Gott hat dich schon geliebt, bevor du irgendetwas getan hast. Bevor du auch nur einen Finger krumm gemacht hast, wie man so schön sagt.

Gott ist nicht dein Chef, nicht dein irdischer Vater, nicht dein Feind. Gott ist dein himmlischer Vater. Er kennt dich und liebt dich trotzdem. Ein Wunder, das dir das Leben leichter macht und dir eine Beziehung zu Gott, dem Vater, ermöglicht.

Wach auf! Du bist wunderbar gemacht.





Mittwoch, 25. Oktober 2017

Ägypten


2. Mose 14,12; Luther 2017

"Haben wir's dir nicht schon in Ägypten gesagt: Lass uns in Ruhe, wir wollen den Ägyptern dienen? Es wäre besser für uns, den Ägyptern zu dienen, als in der Wüste zu sterben."

Da haben wir's ja wieder. Die alte Leier: "Lass uns in Ruhe, wir wollen den Ägyptern dienen". Wie jetzt? Habe ich das richtig verstanden? Ihr wollt zurück in die Sklaverei? Wirklich?
Offensichtlich schon. Das Herkömmliche, das Althergebrachte - ist doch immer noch besser, als nicht zu wissen, wohin die Reise geht, oder? Ist doch immer noch besser, als unsicher zu sein, weil man etwas Neues wagt!
So sahen es zumindest die Israeliten zur damaligen Zeit.

Aber Gott sieht das anders. Er will seine Leute, sein Volk befreien. Er schickt Mose, einen Mann, der von sich behauptet, kein guter Redner zu sein. Mose hat Angst. Er hat keine Lust, ein störrisches Volk aus der Sklaverei zu führen. Und trotzdem ist er gehorsam. Tut, was Gott ihm aufträgt. Mit welchem Ergebnis? 
Das Volk ist störrisch. Es will gar nicht aus Ägypten ausziehen. Warum?
Weil die einzige Alternative die Wüste ist. Die Wüste: Klingt nicht sehr verlockend. Kein Wasser. Nichts zu essen. Kein Leben. Und: So eine Wüste kann ziemlich groß sein. Man weiß nie genau, wo sie anfängt, und vor allem, wo sie aufhört.

Also, wenn ihr mich fragt, ich hätte mich auch für Ägypten entschieden. Sind wir Menschen nicht alle so? 
Besonders die Deutschen. Sicherheit geht vor. Sicherheit um jeden Preis!

Aber mal ehrlich: Was ist denn heutzutage noch sicher? Der Job vielleicht? Nein. Die Ehe oder Partnerschaft? 
Auch nicht. Man sehe sich nur die Scheidungsrate an. Vielleicht die eigenen Kinder? Nö. Denen könnte auch was passieren. Meine Gesundheit? Nope. Ganz schnell könnte sich eine Krankheit einschleichen. Auf einmal hat man Krebs oder Depressionen oder etwas anderes. 
Frieden? Auch nicht. In wie vielen Ländern herrscht Krieg!

Was also ist auf dieser Welt noch sicher? Ich denke, nichts.
Halt... Doch, da war noch etwas! Ah, richtig... Gott. Der verändert sich nie, hat er versprochen. Und der sorgt auch noch für uns und damals für sein Volk. 

Aber warum schickt er es dann in die Wüste? Befreiung von den Ägyptern; in der Wüste???
Was macht denn das für einen Sinn?

Die einzige Antwort, die ich auf diese Frage finde, ist: Vielleicht wollte Gott das Vertrauen der Israeliten in ihn testen. Vielleicht wollte er sehen: Vertrauen sie mir wirklich? Oder geben sie gleich beim ersten Problemchen auf? Sind sie wirklich davon überzeugt, dass ich mich um sie kümmere, wie ein Vater um seine Kinder? Wissen sie überhaupt, dass ich es gut mit ihnen meine?

Irgendwie kann ich Gott hier verstehen. Er will wissen, woran er in seiner Beziehung zu seinem Volk ist. Er möchte wissen, ob sie ihm vertrauen. Auch, wenn es hart auf hart kommt.

Vertrauen, wenn man im Tunnel ist und nichts sieht; Vertrauen, wenn man nicht weiß, was passieren wird; Vertrauen, auch, wenn etwas Schreckliches passiert und man nicht weiß, warum - das ist nicht leicht, das ist sehr, sehr schwer.

Und trotzdem verlangt Gott es von uns. "Vertraue mir. Was auch geschieht. Ich habe den Überblick, du nicht."

Denn hinter der Wüste lag das Gelobte Land.

Was hinderte die Israeliten daran, ins Gelobte Land zu kommen? Ich glaube, es war Angst. Angst, wie es in dem Vers heißt, in der Wüste zu sterben. Angst, das Leben nicht mehr meistern zu können. Angst, zu versagen.

Aber hier kommt Gottes Antwort: Du musst es gar nicht machen. Ich werde es machen und es wird wunderschön sein.

Gott hat den Plan. Gott hat die Antworten auf unsere Fragen. Aber er beantwortet nicht alle unsere Fragen. 
Vor allem nicht die Frage nach dem "Warum". Er sagt nur: Ich führe dich. Ich sage dir, was du tun sollst. 
Warte auf mich. Das kann manchmal lange dauern. Wie gesagt, eine Wüste ist groß und weit.

Aber Gott steht zu dir und er führt dich. Und das ist viel besser, als weiterhin stur den Ägyptern zu dienen. 
Die nutzten das Volk Israel aus. Sie mussten harte Fronarbeit leisten. Das klingt nicht gerade so, als wäre es erstrebenswert. Wir Menschen verharren oft in alten Dingen, obwohl wir ganz genau wissen, dass sie uns zerstören. Ob es nun Süchte sind oder negative Gedanken, sie zerstören uns gleichermaßen.

Der einzige Ausweg ist: Folge Gott in die Wüste. Es ist nicht leicht, aber dahinter liegt das Gelobte Land! Und das willst du nicht verpassen.

Dienstag, 1. August 2017

Eine neue Schöpfung


Heutzutage schaffen viele Menschen etwas. Es gibt Modeschöpfer, Musikschöpfer, Kulturschöpfer, Wortschöpfer usw. und so fort. Auch die Bibel beschreibt uns Gott als Schöpfer von Himmel und Erde. Gott ist so kreativ, so bunt, so vielfältig. Er schuf die verschiedenen Pflanzenarten, Korallen und kunterbunte Fische, jeder von ihnen einzigartig. Gott schuf den Sternenhimmel, der in jedem Teil der Erde anders aussieht. Und er schuf den Menschen nach seinem Bild.
Der Mensch ist sein Werk. Er ist wunderschön und einzigartig gemacht.

Aber dann kam die Sünde in die Welt und mit ihr die Krankheit, der Krieg, Verletzungen und Tod. Menschen leiden und quälen sich durchs Leben. Für manche Menschen ist das Leben nicht einmal mehr lebenswert, so viel müssen sie durchmachen. Und wir Menschen verstehen einfach nicht, warum. Warum, Gott? Warum lässt du das alles zu?

Doch der Tod hat nicht das letzte Wort. Der Tod ist nicht das Ende. In der Bibel heißt es im
2. Korintherbrief, Kapitel 5, Vers 17 (Luther 2017):

"Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden."

"Ist jemand in Christus ..." Das bedeutet, ein Mensch hat Jesus als seinen oder ihren Erlöser angenommen und hat ihm sein oder ihr Leben anvertraut. Jesus hat ihm oder ihr die Schuld vergeben. Von nun an ist er oder sie ein neuer Mensch. "Das Alte ist vergangen", etwas ganz Neues hat begonnen. Dieser Mensch ist nun eine neue Kreatur, eine neue Schöpfung, ein neuer Mensch, wie neu geboren.

Diese Botschaft ist atemberaubend schön. Ein neuer Mensch. Die Altlasten gehören der Vergangenheit an. Leider bedeutet das nicht, dass wir nicht mehr leiden müssen, dass die Schmerzen vorbei sind und alles nach unserem Plan verläuft. Nein, das heißt es leider nicht. Aber Jesus geht mit uns, er nimmt uns an der Hand. Er sitzt neben uns in unserem Schmerz und legt den Arm um uns. Wir sind nicht allein. Niemals.

Jesus tröstet uns. Er kann das tun, weil er uns versteht. Denn er hat selbst große Schmerzen erlitten. Er wurde verlassen, verraten, bespuckt, geschlagen und zuletzt an ein Kreuz genagelt. Er versteht uns.

Was immer du gerade durchmachst, Gott kennt deinen Schmerz. Du bist ihm nicht egal. Er hat ein Auge auf dich. Du bist seine neue, geliebte Schöpfung. Er hat dir seinen Sohn Jesus geschenkt, um dich zu trösten. Er sagt dir: Hab keine Angst. Ich lasse dich nicht im Stich. Ich bin bei dir. Komm zu mir und ruhe dich in meinen Armen aus. Bei mir kannst du deine Lasten ablegen. Ich bin für dich da. Du bist mein Geschöpf, mein Kind, und ich bin dein Vater.

Donnerstag, 13. Juli 2017

Von der Angst, zu kurz zu kommen ...


Jeremia 52, 31-34 (Luther 2017)

"Aber im siebenunddreißigsten Jahr, nachdem Jojachin, der König von Juda, weggeführt war, am fünfundzwanzigsten Tage des zwölften Monats erhob Ewil-Merodach, der König von Babel, im Jahr, da er König wurde, das Haupt Jojachins, des Königs von Juda, und entließ ihn aus dem Gefängnis und redete freundlich mit ihm und setzte seinen Sitz über die Sitze der Könige, die bei ihm in Babel waren. Und Jojachin legte die Kleider seiner Gefangenschaft ab und aß stets bei dem König sein Leben lang. Und was er zum Leben brauchte, wurde ihm als ständiger Unterhalt vom König von Babel gegeben, Tag für Tag sein ganzes Leben lang bis an sein Ende."

Dieser Text liest sich für mich ganz wunderbar. Er steht unter der Überschrift "Begnadigung des Königs Jojachin". König Jojachin war in Gefangenschaft geraten - für lange Zeit. Geht uns das nicht auch manchmal so, dass wir uns gefangen fühlen, vielleicht emotional, körperlich durch eine Krankheit, finanziell oder seelisch, weil wir irgendeine Bürde mit uns herumtragen? Fühlen wir uns nicht oft belastet, begrenzt? König Jojachin wusste, wie sich das anfühlt. 

Leider sagt der Text nichts darüber aus, wie sich Jojachin verhielt. Ob er beispielsweise Angst vor der Zukunft hatte, ob er über sein Leid klagte und jammerte, ob er sich vielleicht seinen Kopf vor lauter Verzweiflung an der Gefängnismauer blutig schlug. Wir wissen es nicht.

Aber eines wird uns mitgeteilt - der Ausgang der Geschichte. Denn in den Versen 33 und 34 wird uns gesagt: "Und Jojachin legte die Kleider seiner Gefangenschaft ab und aß stets bei dem König sein Leben lang. Und was er zum Leben brauchte, wurde ihm als ständiger Unterhalt vom König von Babel gegeben, Tag für Tag sein ganzes Leben lang bis an sein Ende."

Den König kann man auch mit Gott vergleichen. 
Gott - unser Versorger. Jojachin bekam vom König zu essen, er wurde vom König ernährt - und das sein Leben lang. Er bekam alles, was er zum Leben brauchte, einfach alles. Bis zu seinem Ende. Das Gleiche gilt für Gott. Er versorgt uns, er gibt uns Nahrung und Kleidung und darüber hinaus alles, was wir zum Leben brauchen.

Nun ist die Gefangenschaft Jojachins nach so langer Zeit endlich beendet. Er legt die Kleider seiner Gefangenschaft ab. Müssen wir das auch manchmal tun? Die Kleider unserer Gefangenschaft ablegen? Vielleicht ist es eine bestimmte Angst, die uns zu schaffen macht, oder wir machen uns Sorgen um etwas oder wir tragen immer noch alte Verletzungen mit uns herum. Wir werden uns befreiter fühlen, wenn wir diese alten Kleider der Gefangenschaft ablegen. 

Und der König tut noch mehr für Jojachin: "Der König redete freundlich mit Jojachin und setzte seinen Sitz über die Sitze der Könige."
Auch Gott redet freundlich mit uns. Er macht uns keine Vorwürfe, er schreit uns nicht an. Er ist nicht wütend auf uns. Nein. Er redet freundlich mit uns. Und... wenn wir leiden müssen, befördert er uns danach in eine höhere Position, er setzt uns über eine größere Aufgabe.

Gott gibt uns alles, was wir brauchen - und das bis an unser Lebensende. Vielleicht gibt er uns nicht immer alles, was wir wollen oder was wir meinen zu brauchen. Manchmal sind Dinge nicht gut für uns oder der richtige Zeitpunkt ist noch nicht gekommen. 

Die gute Nachricht ist: Gott kommt nie zu spät, er hat einen Plan für unser Leben und er gibt uns immer rechtzeitig, was wir wirklich brauchen. Er lässt uns niemals im Stich, wie dunkel es um uns herum auch aussehen mag oder wie sehr wir uns überfordert fühlen. Auf jeden Fall gilt: Gott sorgt für uns. Wir werden niemals zu kurz kommen.
Gott ist gut. Glaubst du das?

Mittwoch, 7. Juni 2017

ErMUTigung


"Habe ich dir nicht geboten: Sei getrost und unverzagt? Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst." (Josua 1, 9; Luther 2017)

Was für ein Satz! Manchmal glaube ich, Gott kann diesen Satz unmöglich ernst meinen. Sei getrost und unverzagt? Entsetze dich nicht? In allem, was dir geschieht. In Krankheit, in schwerem Leid, in Krieg, in Terror, in Angst, in Sorge, in Mutlosigkeit? Wie geht das denn? Können wir Menschen das überhaupt, uns nicht entsetzen über bestimmte Dinge, über gewisse Menschen? Wie funktioniert das?

Ich glaube, als normalsterbliche Menschen bekommen wir das nicht hin. Das ist einfach zu hoch für uns. Wenn wir es hinbekämen, wären wir Maschinen, keine Lebewesen. Aber es gibt Hoffnung: Wir müssen es nämlich nicht allein hinbekommen! In dem Wort Ermutigung steckt das Wörtchen "Er" und das Wort "Mut". "Er" ist für mich Gott, Jahwe, der "Ich bin da". "Er", Gott, gibt mir "Mut". Er ist bei den Hoffnungslosen, bei den Verzweifelten, bei den Einsamen, bei den Abgelehnten, bei denen, die jeden Mut und jede Kraft verloren haben. Bei denen ist "Er", Gott. Er ist mit ihnen und FÜR sie.

Ich finde den ersten Teil des Satzes am interessantesten: "Habe ich dir nicht geboten..." Zum Ersten steht dieser Teilsatz in einer Vergangenheitsform: "Habe ich dir nicht geboten..." Zum Zweiten steht dort das Verb "geboten". Das klingt nicht nach einem Wunsch, einer Möglichkeit. Das Verb "gebieten" steht in der Befehlsform. Das ist ein Befehl! Eine Aufforderung! Du sollst getrost und unverzagt sein. Du sollst dich nicht entsetzen. Denn es gibt einen Grund, warum du das nicht tun solltest. Es gibt einen Hoffnungsschimmer.

Der Hoffnungsschimmer lautet: Weil ich, Gott, dir sage, dass ich mit dir bin, in ALLEM, was du tun wirst. In ALLEM. Welchen Teil von "allem" verstehen wir eigentlich nicht?
Gott ist der Schöpfer des Universums, Gott hat uns gemacht. Er kennt uns besser als unsere Eltern, Freunde oder wir selbst uns kennen. Und es kommt noch besser. Er leidet mit uns. Er hat alles, was uns widerfährt, selbst erlebt. Am eigenen Leib, im wahrsten Sinne des Wortes.

Wenn Gott sagt, er ist mit uns, wer kann uns dann schaden? Wer kann uns fertigmachen? Wer kann uns etwas wegnehmen? Wenn Gott alles im Griff hat, was kann uns passieren, solange wir ihn haben?

Ich habe allerdings nicht gesagt, dass es leicht ist. Satan will nicht, dass wir das glauben. Er will uns weismachen, dass wir nichts wert sind, wenn wir nicht ständig etwas tun, wenn wir nicht ständig auf Achse sind. Satan freut sich, wenn wir zu beschäftigt sind, um uns mit Gott in Verbindung zu setzen und Kontakt zu ihm aufzunehmen. Denn wenn wir keine Gespräche mit Gott führen, schneiden wir uns selbst von der Quelle lebendigen Wassers ab. Dann haben wir im wahrsten Sinne des Wortes keinen Saft mehr zum Leben. Dann haben wir keine Alternative mehr.

Gott hat einen Plan für dein Leben. Der Teufel leider auch. Welchen Plan willst du erfüllen, welchen Weg gehen?
Ich habe nicht gesagt, dass es leicht ist. Aber es ist deine einzige Hoffnung!


Mittwoch, 3. Mai 2017

Was ist deine Berufung?

Berufung - ein großes Thema! Für manche Menschen ist Berufung ganz einfach. Sie wissen, was ihre Begabung ist, und leben sie aus. Sie singen, tanzen, spielen in Filmen die Hauptrolle oder sie werden Pastoren, Leiter, Beter. Aber was geschieht mit Menschen, die ihre Berufung nicht so leicht finden können? Sie suchen danach, vielleicht ein halbes Leben lang, aber können sie irgendwie nicht finden.
Sie fühlen sich ungeliebt und unverstanden, als sei ihre Gabe marginal, eine Randerscheinung. Sie denken: "Gott muss mich vergessen haben". 

Jeder Mensch stellt sich zumindest einmal im Leben die folgenden drei Fragen:

Wo komme ich her?
Wo gehe ich hin?
Was ist der Sinn meines Lebens?

Vielleicht lässt sich das Wort "Sinn" auch durch das Wort "Berufung" ersetzen.
Was ist meine Berufung? Wozu braucht mich die Welt überhaupt? Was kann ich geben? Und vielleicht auch: Was bin ich überhaupt wert? 

Aber: Das ist die falsche Frage. Die falsche Herangehensweise. Denn, das, was du tust, macht nicht deinen Wert aus. Wenn du wissen willst, was deinen Wert ausmacht, frag deinen Schöpfer, der dich gemacht hat. Frag Gott. Er schickte seinen Sohn Jesus in diese Welt, um für dich zu sterben. Stellvertretend für dein Fehlverhalten, für deine fehlende Liebe zu anderen Menschen, für Verletzungen jeglicher Art. Gott ließ Jesus nach drei Tagen auferstehen.
Das Ergebnis: Jetzt hast du das ewige Leben. Nach diesem irdischen Leben darfst du für immer bei Gott sein, wenn du die Erlösung durch Jesus annimmst und Jesus dein Ja-Wort gibst.
Was für ein Ereignis! Was für ein Wunder! Gibt es etwas Größeres? Ich denke, das gibt es nicht.

Weil Gott dich geschaffen hat, bist du unglaublich wertvoll. Unbezahlbar. Mit keinem Geld und keinen Kamelen dieser Welt...

Was sagt dir das? Du bist wertvoll, egal, was du tust. Denn Gottes Geist lebt in dir. Gott misst dir deinen Wert bei. Niemand sonst. Kein Lehrer in der Schule, kein Professor im Studium, kein Boss auf der Arbeit, kein Ehepartner, keine Eltern, keine Freunde, noch nicht einmal du selbst.

Manchmal fragst du dich vielleicht, warum es in deinem Leben nicht vorwärtsgeht. Warum du leiden musst, warum du dich nicht ausreichend vorbereitet fühlst.

Lass mich dir ein paar Personen aus der Bibel aufzeigen, die wirklich alles andere als qualifiziert waren, Gott zu dienen. Da wären zum Beispiel Paulus, ein ehemaliger Pharisäer, Jona, der vor seinem Auftrag davonlief, Petrus, der Jesus sogar verraten hat, und Daniel, der bei den Löwen landete.

Nicht gerade Helden, die man vorzeigen kann. Aber Gott gebrauchte sie alle. Immer und immer wieder, egal, wie viele Fehler sie gemacht hatten. Warum sollte Gott mit dir Probleme haben?
Er wird dich gebrauchen. Vielleicht tut er es schon jetzt und du hast es nur noch nicht bemerkt...

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Dienstag, 11. April 2017

WARTEN - aber worauf?


Warten - kommt Ihnen das irgendwie bekannt vor? Man sitzt beim Arzt und wartet. Man steht im Supermarkt und wartet in der Schlange vor der Kasse. Warten auf das Abitur, warten auf den Bus, warten auf den Partner, warten auf den Job, warten auf Gesundheit, warten auf die Rente, warten auf den Tod. Das Leben besteht aus Wartezeiten. 
Ich persönlich empfinde Wartezeiten nicht gerade als angenehm. 

Und doch bleibt einem oft nichts anderes übrig, als zu warten. 

Doch warum müssen wir eigentlich warten? In der Bibel, dem Wort Gottes, kommt das Wort "warten" sehr oft vor. In den verschiedensten Situationen. 
Unter anderem heißt es in Klagelieder 3, 26: 
"Es ist ein köstlich Ding, geduldig sein und auf die Hilfe des HERRN hoffen." (Luther 2017)

Das klingt erst einmal ganz schön. Und doch bereitet mir dieser Satz große Bauchschmerzen. Geduldig sein, warten - wie kann das köstlich sein? Mir kommt es eher sehr anstrengend vor. 

Doch die Bibel besteht darauf, denn an anderer Stelle, 
in Hebräer 13, Vers 9, heißt es: "...denn es ist ein köstlich Ding, 
dass das Herz fest werde, 
welches geschieht durch Gnade..." (Luther 2017)

"Dass das Herz fest werde..." - eine eigenartige Umschreibung, mit der ich nicht viel anfangen kann.
Aber ich glaube, dass dem festen Herzen eine Veränderung vorausgehen muss, damit es fest werden kann.

Wenn wir schwierige Situationen durchleben, macht uns das stärker. 
Das, was wir aus den schwierigen Situationen lernen, macht unser Herz fester, stärkt unseren Glauben.
Und diese schwierigen Umstände verraten uns eine Menge über uns selbst. Wie reagieren wir? Wer sind wir? Wie stehen wir im Verhältnis zu Gott und anderen Menschen, zu uns selbst? Wie stark ist unser Glaube wirklich?

Schwierige Situationen enttarnen Dinge und Menschen, an die wir uns geklammert haben, die uns aber letzten Endes nicht helfen können. 
Auf unserem Lebensthron wird wieder Platz für Gott.
Wir müssen uns wieder an ihn klammern, anstatt andere zu fragen.

Das ist überhaupt nicht leicht, denn Gott zeigt uns nicht immer sofort den nächsten Lebensschritt auf. Manchmal spricht er überhaupt nicht darüber und wir müssen warten, so lange, bis er wieder etwas sagt. Das kann manchmal SEHR lange dauern.

Wir halten diese Wartezeiten oft nicht aus. Sehr verständlich, wie ich finde. Wir sind nur Menschen. Deshalb ist der 2. Teil des Satzes sehr ermutigend. 

"...denn es ist ein köstlich Ding, 
dass das Herz fest werde, 
welches geschieht durch Gnade..." (Hebräer 13, 9; Luther 2017)

Das Festwerden des Herzens geschieht durch Gnade. Durch wessen Gnade? Durch Gottes Gnade. Ohne Gott schaffen wir es einfach nicht. 
Es gibt in diesem Leben keine Sicherheit. So sehr wir uns auch an Dinge oder Menschen klammern, Dinge können wegbrechen und Menschen uns enttäuschen. Aber, wenn wir unseren Blick auf die Gnade, auf Gott richten, dann kann uns geholfen werden.

Wenn wir möchten, dass unser Herz fest und unser Glaube gestärkt wird, müssen wir auf Gott schauen, während wir warten. Denn nur er kann uns geben, was wir brauchen oder uns so sehr wünschen. 

Während des Wartens sollen wir nicht nur überleben, sondern das Leben in Fülle genießen, dass Jesus, Gottes Sohn, uns ermöglicht.

Unser Leben ist Gnade, vom ersten bis zum letzten Tag.