Donnerstag, 13. Juli 2017

Von der Angst, zu kurz zu kommen ...


Jeremia 52, 31-34 (Luther 2017)

"Aber im siebenunddreißigsten Jahr, nachdem Jojachin, der König von Juda, weggeführt war, am fünfundzwanzigsten Tage des zwölften Monats erhob Ewil-Merodach, der König von Babel, im Jahr, da er König wurde, das Haupt Jojachins, des Königs von Juda, und entließ ihn aus dem Gefängnis und redete freundlich mit ihm und setzte seinen Sitz über die Sitze der Könige, die bei ihm in Babel waren. Und Jojachin legte die Kleider seiner Gefangenschaft ab und aß stets bei dem König sein Leben lang. Und was er zum Leben brauchte, wurde ihm als ständiger Unterhalt vom König von Babel gegeben, Tag für Tag sein ganzes Leben lang bis an sein Ende."

Dieser Text liest sich für mich ganz wunderbar. Er steht unter der Überschrift "Begnadigung des Königs Jojachin". König Jojachin war in Gefangenschaft geraten - für lange Zeit. Geht uns das nicht auch manchmal so, dass wir uns gefangen fühlen, vielleicht emotional, körperlich durch eine Krankheit, finanziell oder seelisch, weil wir irgendeine Bürde mit uns herumtragen? Fühlen wir uns nicht oft belastet, begrenzt? König Jojachin wusste, wie sich das anfühlt. 

Leider sagt der Text nichts darüber aus, wie sich Jojachin verhielt. Ob er beispielsweise Angst vor der Zukunft hatte, ob er über sein Leid klagte und jammerte, ob er sich vielleicht seinen Kopf vor lauter Verzweiflung an der Gefängnismauer blutig schlug. Wir wissen es nicht.

Aber eines wird uns mitgeteilt - der Ausgang der Geschichte. Denn in den Versen 33 und 34 wird uns gesagt: "Und Jojachin legte die Kleider seiner Gefangenschaft ab und aß stets bei dem König sein Leben lang. Und was er zum Leben brauchte, wurde ihm als ständiger Unterhalt vom König von Babel gegeben, Tag für Tag sein ganzes Leben lang bis an sein Ende."

Den König kann man auch mit Gott vergleichen. 
Gott - unser Versorger. Jojachin bekam vom König zu essen, er wurde vom König ernährt - und das sein Leben lang. Er bekam alles, was er zum Leben brauchte, einfach alles. Bis zu seinem Ende. Das Gleiche gilt für Gott. Er versorgt uns, er gibt uns Nahrung und Kleidung und darüber hinaus alles, was wir zum Leben brauchen.

Nun ist die Gefangenschaft Jojachins nach so langer Zeit endlich beendet. Er legt die Kleider seiner Gefangenschaft ab. Müssen wir das auch manchmal tun? Die Kleider unserer Gefangenschaft ablegen? Vielleicht ist es eine bestimmte Angst, die uns zu schaffen macht, oder wir machen uns Sorgen um etwas oder wir tragen immer noch alte Verletzungen mit uns herum. Wir werden uns befreiter fühlen, wenn wir diese alten Kleider der Gefangenschaft ablegen. 

Und der König tut noch mehr für Jojachin: "Der König redete freundlich mit Jojachin und setzte seinen Sitz über die Sitze der Könige."
Auch Gott redet freundlich mit uns. Er macht uns keine Vorwürfe, er schreit uns nicht an. Er ist nicht wütend auf uns. Nein. Er redet freundlich mit uns. Und... wenn wir leiden müssen, befördert er uns danach in eine höhere Position, er setzt uns über eine größere Aufgabe.

Gott gibt uns alles, was wir brauchen - und das bis an unser Lebensende. Vielleicht gibt er uns nicht immer alles, was wir wollen oder was wir meinen zu brauchen. Manchmal sind Dinge nicht gut für uns oder der richtige Zeitpunkt ist noch nicht gekommen. 

Die gute Nachricht ist: Gott kommt nie zu spät, er hat einen Plan für unser Leben und er gibt uns immer rechtzeitig, was wir wirklich brauchen. Er lässt uns niemals im Stich, wie dunkel es um uns herum auch aussehen mag oder wie sehr wir uns überfordert fühlen. Auf jeden Fall gilt: Gott sorgt für uns. Wir werden niemals zu kurz kommen.
Gott ist gut. Glaubst du das?

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